Avanti
'62
Eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte |
Als
Raymond Loewy, amerikanischer Industrie-Design-Star, 1963
den Studebaker Avanti präsentierte, attestierte ihm
die Welt den ganz grossen Wurf. Eine Überlebensgeschichte.
Anfang der 60er liegt Studebaker schon arg in Schieflage.
In absatzharzender Zeit besinnt sich die Chefetage abermals
des Stilisten Loewy. Er, der Studebaker auch Mitte der
30er durch seine Karosserieschöpfungen verkaufsfördernde
Impulse verlieh, sollte die älteste und eine der
erfolgreichsten US-Traditionsmarken auf Erfolgsspur zurückfahren.
Raymond Loewy setzt zum letzten Mal für Studebaker
seinen Zeichenstift an und entwirft eine schnittige Sport-Berlinetta
mit dem erkenntnisreichen Namen Avanti. |
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Ein
augenfällig originelles wie auch unikales Coupékleid
aus Fiberglas mit fehlendem Kühlergrill (die Lufteinlässe
befinden sich unter der Stossstange) stellt nun den Grashalm
dar, an welchem sich das Label Studebaker hochziehen will.
Unter der Haube ist ein 4,7-Liter-V8 samt Paxton-Kompressor
installiert, der es immerhin auf 240 PS bringt und dem
Avanti zu 190 km/h Spitze verhilft. Doch soll nicht sein,
was sein sollte. Die Corvette Sting Ray wird zum gleichen
Zeitpunkt lanciert. Sie kickt den Avanti samt Studebaker
ins Aus, Studebaker gar ins unwiderruflich endgültige
… |
Es nützte
dem Avanti auch nichts, dass er das erste US-Automobil
mit Scheibenbremsen ist. Die Produktion wurde verzögert
durch die schlechte Qualität, in der die Kunststoffcarosserien
von einer Drittfirma hergestellt wurden, was zu grossen
Lieferverzögerungen führte und zu Stornierungen
der Bestellungen von verärgerten Kunden. Der Avanti
wird nach 18-monatiger Produktions-zeit und nur 4600 ausgelieferten
Exemplaren eingestellt. Seine ungewöhnliche Form
findet aber weiter Anhänger.
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Quelle (Text): Autoillustrierte März
2005 |
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